Taizé: Eine andere Welt in Riehen (Rückblick)

Während fünf Tagen herrschte Hochbetrieb in St. Franziskus. Über 160 Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Europa waren hier zu Gast. Sie brachten viel Freude und Herzlichkeit mit und bereicherten während diesen Tagen das Leben in unserer Pfarrei sehr. Dank der grossen Gastfreundschaft vieler Leute unserer Pfarrei konnten alle privat untergebracht werden.

Am Donnerstag 28. Dez. um etwa 10 Uhr ging es so richtig los. Die ersten Gäste trudelten ein. Der Weg von der Tramhaltestelle zum Pfarreiheim war perfekt ausgeschildert. Im Pfarreiheim gab es verschiedene Stationen. Erst konnten die Gäste das Gepäck abladen, anschliessend bekamen sie Getränke, Kaffee und Kuchen serviert. Bei dieser Gelegenheit wurden sie auch über Riehen, die  Pfarrei und über das Programm, das sie erwartete, informiert. Dann erfolgte (in Zweier- und Dreiergrüppchen) die Zuteilung in die Gesprächsgruppen und zu den Gastgebern. Andy Scherer vom Organisationsteam rief bei allen Gastgebern an und kündigte das Eintreffen der jeweiligen Gäste an. Etliche Gastgeber holten ihre Gäste persönlich im Pfarreiheim ab, andere fanden den Weg zu ihrer Unterkunft dank Plan und GPS - und wieder andere wurden von Firmlingen zu den Gastgebern begleitet. So fanden nach und nach alle Gäste ihre Unterkunft und konnten sich noch vor dem grossen Abendgebet im Joggeli bei den Gastgebern einquartieren.

Am Freitag und am Samstag fand um 8.30 ein Morgengebet in der Kirche statt. Die Kirche war jeweils sehr gut gefüllt. Wie es zu einem Gottesdienst à la Taizé gehört, wurden viele Taizé-Lieder gesungen. Das sind Lieder, die meist nur aus ein oder zwei Zeilen bestehen, die immer wieder wiederholt werden. Begleitet wurde der Gesang von Gitarre und Flöte.Dazwischen wurde in verschiedenen Sprachen ein Bibeltext vorgelesen und Gebete und Fürbitten formuliert und während einer längeren Zeit Stille gehalten.

Nach dem Morgengebet trafen sich die Gäste in der Kirche und  im Pfarreiheim. Sie tauschten sich in ländergemischten Gruppen über die Bibeltexte aus, diskutierten über Freude und Leid in ihrem Leben und überlegten, wie sie mit anderen die Freude teilen bzw. andere unterstützen können, wenn es diesen nicht so gut geht.

Nachher fuhren die Teilnehmer in die Stadt zum Mittagsgebet und nahmen dort nachmittags an verschiedenen Workshops teil. Abends trafen sie sich dann wieder im Joggeli zum Abendgebet. Gegen zehn Uhr (oder auch später!) kehrten sie wieder zu ihren Gastgebern zurück. Meist ging es dann nicht direkt ins Bett, sondern Gastgebende und Gäste tranken noch was gemeinsam und redeten dabei über Gott und die Welt.

Am Sonntag konnten die Gäste für einmal etwas länger schlafen. Der ökumenische Gottesdienst in der Franziskuskirche begann erst um 10.30.  Es wurde dann sogar noch etwas später, weil immer noch mehr Leute in die Kirche strömten. Alle suchten sich einen Platz, was bei der vollbesetzten Kirche (inklusiv Kapelle und Empore) gar nicht so einfach war. Herr Pfarrer A. Klaiber von der reformierten Kirche und Herr Pfarrer W. Vogt leiteten den Gottesdienst. Dieser war wiederum ganz im Stile von Taizé gehalten.Der Gottesdienst und die Stimmung waren sehr beeindruckend. Die unzähligen Leute, die vielen Sprachen, der klangvolle Gesang, die absolute Stille zwischendurch – all dies trug zu einer schier unbeschreiblichen Intensität bei.

Riehen war als eine von wenigen Gastgemeinden zum Silvestergottesdienst im Münster eingeladen, der auch im Fernsehen übertragen wurde. Etliche nutzten die Gelegenheit und zogen vom Riehener Gottesdienst grad weiter zum Gottesdienst im Münster. Link zur Fernsehübertragung

Am Silvester um elf Uhr abends trafen sich Gäste, Gastgebende und Pfarreiangehörige zum Gebet in der Kirche. Andächtig stimmten sie sich aufs neue Jahr ein. Nach dem Gottesdienst versammelten sich alle um das Feuer vor der Kirche und hörten gemeinsam, wie das alte Jahr aus- und das neue Jahr eingeläutet wurde.

Pünktlich zum Jahreswechsel fing es an zu regnen. Das hatte den Vorteil, dass sich die Leute ziemlich schnell ins Pfarreiheim begaben. Dort wurde heisser Tee ausgeschenkt und ein Alphornspieler stimmte auf das Fest der Nationen ein. Anschliessend präsentierten die Gäste verschiedene Tänze und Lieder aus ihren jeweiligen Ländern. Genauer gesagt, oft präsentierten sie die Tänze nicht nur, sondern sie liessen alle Leute mitmachen – und die Leute machten mit! Es herrschte eine ausgesprochen fröhliche und ausgelassene Stimmung. So waren dann viele etwas enttäuscht als um zwei Uhr schon Schluss war.

Am Neujahr hiess es für die Gäste schon vor dem Gottesdienst „packen“ und um halb elf versammelten sich alle in der Kirche. Herr Pfarrer Vogt hatte eine Sanduhr dabei und predigte über die verrinnende Zeit.  Ja, die Tage mit unseren Gästen sind viel zu schnell verronnen. Doch Herr Pfarrer Vogt zeigte auch, dass der Sand in der Sanduhr nicht ins Leere fällt, sondern von der unteren Schale aufgefangen wird. So wird auch unsere Zeit von Gott aufgefangen und fällt nicht einfach ins Nichts. Deshalb vertrauen wir darauf, dass diese intensive Zeit mit Taizé - Basel in uns und in unserer Pfarrei noch lange nachhallt und nachwirkt.

Grosser Dank geht an alle, die bei diesem Grossanlass mitgeholfen haben: Gastgebende, Musikerinnen, Köchinnen usw.  Ganz besonders zu erwähnen ist dabei das Organisationsteam rund um Andy Scherer. Sie haben seit dem Herbst unzählige Stunden mit Planen und Organisieren verbracht. Und es hat alles prima geklappt. Es war sicher für alle ein unvergessliches Erlebnis. Vielen, vielen Dank allen für den grossen Einsatz!

Barbara David

 

Bilder: Alphons Fakler

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